NEU: Die Tunnelwelt - Inhaltsangabe & Leseprobe

Die Tunnelwelt 1 - Karstheim fällt von Samuel White

Lassen Sie sich nicht den neuen Fantasy Roman von Samuel White entgehen!

Die Tunnelwelt - erhältlich ab dem 12. April 2019

Inhaltsangabe:

Thorgur kommt in den Katakomben der Stadt zu sich, wo er gegen die Mönchssoldaten gekämpft hat, die die Stadt belagern. Als er die Katakomben verlässt, bemerkt er, dass die weißen Fahnen gehisst sind und die Soldaten des Orden der Architekten in der Stadt spazieren gehen. Der König ist gestürzt worden, Robur ist jetzt der neue König und steht in Verhandlungen mit dem Kriegsherrn der Mönchssoldaten, Pater Vitorius. Thorgur selbst wird dringend von König Robur gesucht. Im Audienzsaal des Königs begegnet er auch Pater Vitorius und dem Krieger Arlon Brant, an dessen Seite er in den Tunneln unter der Stadt gekämpft hatte. Arlon Brant bekommt nach der Audienz einen Geheimauftrag von König Robur: Die Stadt Karstheim liegt am Fuß einer Gebirgssteilwand, die hinter der Stadt mehrere hundert Meter aufragt. Auf dem Gipfel dieser Steilwand, direkt über der Stadt, befindet sich eine Höhle, in der die Königsfamilie ihre Schätze hortet, sie ist mit vielen tödlichen Fallen gespickt. Arlon Brant soll von dort einen besonderen, faustgroßen Edelstein besorgen, den König Robur den Ordensbrüdern übergeben muss. Dieses Artefakt wird für ein bestimmtes Ritual benötigt. Thorgur will auch in diese Höhle. Er hat von der ehemaligen Königin, Roburs Mutter, den Auftrag bekommen, möglichst viele Schätze aus der Höhle zu entfernen, um dann mit ihr zusammen das Weite zu suchen und die Stadt zu verlassen.

Leseprobe:

Thorgur
Langsam kam Thorgur wieder zu Bewusstsein. Ihm war kalt. Sein eigener Schweiß hatte ihn ausgekühlt. Die letzten Stunden hatte er tief unter den Straßen der Stadt Karstheim verbracht, in Gewölben, die bis zur Belagerung der Stadt durch die Jünger der Architekten wahrscheinlich lange Jahre unberührt von menschlichen Besuchern gewesen waren. Die Soldaten des Architektenordens hatten sich unterirdische Wege in die Stadt gesucht, und Thorgur hatte mit den eigenen Soldaten - oder auch Stammeskriegern - versucht, diese in den Tunneln unter der Stadt wieder zurückzudrängen. Dabei muss er sich in einem Handgemenge verletzt haben. Oder er hatte sich ganz stumpf den Kopf an der niedrigen Felsendecke angestoßen. Wie auch immer, er muss für Stunden bewusstlos gewesen sein. Entweder völlig unbeachtet, oder, falls ihn jemand gefunden hatte, musste derjenige ihn bereits für tot gehalten haben.
Die Situation war wirklich nicht die allerbeste. Der König stand kurz davor, den Verstand zu verlieren. Nach Thorgurs Meinung war das schon vor Jahren passiert, aber er hielt sich zurück mit seiner Meinung. Es stand ihm nicht zu, den Geisteszustand seines Königs in Frage zu stellen. Die Stadt wurde schon seit Wochen von den Truppen des Ordens der Architekten belagert. Und er verlor sinnlos Zeit, weil er sich in den Tunneln den Kopf angeschlagen hatte. Er versuchte die Benommenheit abzuschütteln. Seine Stirn pulsierte, und er konnte eine kräftige Beule erfühlen. Gut, dass er seine Holzmaske nicht getragen hatte, nachher hätte er sich noch Splitter in den Schädel getrieben. Verdammt sei König Ogur, der ihm vor vielen Jahren in einem rituellen Zweikampf die Nase abgeschlagen hatte.
Als er die Gänge unter der Stadt hinter sich ließ und wieder an die Oberfläche kam, schmerzten ihn die Augen von der Mittagssonne. Seine Beule tat ihr Übriges, um seine Laune zu verbessern. Deswegen dachte er auch zuerst, seine Sinne würden ihm einen Streich spielen. Es gab keine Kampfgeräusche mehr, kein Schwerterklirren, keine abgehackten Schreie. Auch der Geruch von Blut, Kot und verbranntem Holz schien nicht mehr so schlimm zu sein. An den Fahnenmasten auf den Zinnen prangten weiße Fahnen, und, was am allerschlimmsten war, architektische Soldaten patrouillierten durch die Stadt. In ihren gelb-goldenen Uniformen und mit ihrem penetranten Geruch nach Seife. Aber niemanden schien es zu stören. Thorgur war verwirrt. Das Letzte, was er wusste, war, dass der König auf keinen Fall nachgeben wollte und eher mit der Stadt untergehen wollte, als sich den Jüngern der Architekten zu ergeben. Wenn er genauer darüber nachdachte, konnte nur Prinz Robur dahinterstecken. Seine Ambitionen waren stadtbekannt, aber bisher war er seinem Vater gegenüber immer loyal gewesen. Thorgur machte sich auf den Weg in den Palast. Die Architekten-Soldaten sahen ihn, aber schienen sich keine großen Gedanken darum zu machen, dass ein ihnen bis vor Kurzem noch feindlich gesinnter Krieger bewaffnet durch ihre neu eroberte Stadt schlenderte. Er musste unbedingt in Erfahrung bringen, wie der Status quo aussah, wer jetzt das Heft des Handelns in der Hand hatte. Auf den Marktplätzen herrschte ein großes Durcheinander. Das Bild wurde bestimmt von architektischen Händlern mit Tischen prallvoll mit Waren. Die Bewohner von Karstheim belagerten die Stände, wie gestern noch die architektischen Soldaten die Stadt belagert hatten. Er fühlte sich wieder wie der unwissende Barbar, ein Schicksal, von dem er dachte, dass er es hinter sich gelassen hatte. Unvermittelt löste sich ein architektischer Priester aus der Menschenmenge und schritt auf ihn zu. „Seid Ihr Thorgur, der Adjutant der Königsmutter?“, fragte er ihn.
„Ich bin Thorgur, Adjutant der Königin. Und wer seid Ihr?“
„Ich bin Bruder Jonas. Aber das ist nicht wichtig. Uns wurde aufgetragen, Euch zum Palast zu bitten. König Robur erwartet Euch.“
„Soso, König Robur. Also hat der alte König abgedankt?“
Der junge Priester lächelte schief. „So würde ich das nicht nennen. Aber König Robur hat die weißen Fahnen gezeigt und die Belagerung damit beendet. Er und Pater Vitorius führen gerade Verhandlungen im Thronsaal. Sie erwarten Euch dort. Es hieß, Ihr seid gefallen.“
„Nun, das war möglicherweise Wunschdenken. Wie Ihr seht, bin ich putzmunter, bis vielleicht auf die Beule auf meinem Kopf. Und wenn Ihr irgendwo meine Nase wiederfindet, dann schickt sie mir am besten per Kurier in den Palast nach.“
Anscheinend teilte Bruder Jonas seinen Humor nicht. Der Architektenjünger musterte nur sein Gesicht und sagte dann: „Ihr wisst, dass man so etwas behandeln lassen kann.“
„Was, die Nase? Ihr beliebt zu scherzen. Ich wandle schon seit Jahrzehnten in der Weltenröhre, und noch nie habe ich gesehen, dass eine Nase nachwächst.“
„Dann wart Ihr noch nie bei einem architektischen Heiler.“
Thorgur atmete einmal tief durch. Vielleicht war die Situation doch nicht gänzlich entspannt, da wollte er die Dinge nicht verkomplizieren, indem er einen der architektischen Mönche übers Knie legte. „Nun gut, jetzt bin ich hier. Wollen wir König Robur nicht weiter warten lassen.“
Tinko

Tags: Serien, Mystik

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